Neue Möglichkeiten bei Reizdarm

Neue Möglichkeiten bei Reizdarm

Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall und Unwohlsein – das sind die häufigsten Symptome sogenannter „Reizdarmpatienten“. Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist die häufigste Diagnose die beim Gastroenterologen gestellt wird. Betroffen sind etwa 10-20 %. Dabei haben Frauen ein höheres Risiko an RDS zu erkranken. Die ersten Beschwerden treten meistens zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf.

Die Diagnose Reizdarm wird erst dann gestellt, wenn andere mögliche Diagnosen wie entzündliche Darmerkrankungen, mögliche Nahrungsmittelintoleranzen wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz, Darminfektionen oder Zöliakie ausgeschlossen werden können. Auslöser eines RDS können neben einer durchgemachten Gastroenteritis (z.T. nach Gabe von Antibiotika) auch traumatische Erlebnisse und sehr häufig auch chronischer Stress sein.

Einen allgemeingültigen Behandlungsansatz gibt es bisher nicht. Häufig berichten RDS Patienten über Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel. Werden diese weggelassen kommt es immer wieder zur Verbesserungen der Symptomatik. Neuere Forschungsergebnisse lassen dabei auf Zusammenhänge zwischen Glutenunverträglichkeit und Reizdarm schließen.

Dazu untersuchten italienische Forscher 140 Reizdarmpatienten unterschiedlicher Typen zwischen 18 und 75 Jahren über eine Zeitraum von circa sechs Monaten (GLUTOX-Studie). Ziel der Studie war es, Patienten mit unterschiedlichen unklaren Symptomen einer Glutenbelastung auszusetzen und auf Nicht-Zöliakie Glutensensitivität (NCGS) zu untersuchen. Das Ergebnis: Bei 20 Prozent der Reizdarmpatienten konnte eine Gluten-/Weizensensitivität (NCGS) als Ursache der Beschwerden ermittelt werden und die Symptome verbesserten sich unter strikter Einhaltung der Glutendiät. 3 von 5 Patienten litten nicht mehr an den Symptomen und Beschwerden, die zuvor auf IBS oder auf andere Funktionsstörungen des Verdauungstraktes zurückzuführen waren. Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass einer von fünf Reizdarmpatienten mit einer Verschlechterung der Symptome auf die blinde Wiedereinführung von Gluten reagierte (vgl. Elli et al. 2016).

So ist es laut den Forschern auf jeden Fall ein Versuch wert, sich bei Reizdarmsymptomen einer glutenfreien Diät zu unterziehen. Die Diät sollte mindestens 4 Wochen ganz strikt eingehalten werden, um klare Schlüssel daraus ziehen zu können. Begleitend dazu kann eine Modulation der Darmflora durch eine Darmsanierung erfolgversprechend sein.

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